Liebhaber der Literatur kennen Lipnice nad Sázavou als Ort, wo der Schriftsteller J. Hašek die letzten Jahre seines Lebens verbrachte und wo er sein berühmtestes Werk „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ schrieb. Sein Häuschen mit Ausstellung duckt sich direkt unter einem Felskamm, auf dem zu Beginn des 14. Jh. eine der gewaltigsten böhmischen Burgen errichtet wurde.
Die freie Besichtigung der Burg Lipnice bietet den Besuchern einen Spaziergang durch monumentale mittelalterliche Architektur, eine archäologische Exposition, die Waffenkammer, Kapelle und mächtige Kellergewölbe mit tiefem Burgbrunnen. Das Irren durch die gegliederte Burgarchitektur ist ein unvergessliches Erlebnis für Klein und Groß. Im Sommer lebt der Burghof durch Auftritte von Theaterleuten, Schwertkämpfe und Musiker auf. Auf der Burg befindet sich eine ständige archäologische Exposition sowie eine Galerie der modernen bildenden Kunst.
Im Städtchen Lipnice nad Sázavou können Sie das Denkmal Jaroslav Hašeks und das Gasthaus Zur böhmischen Krone besuchen, wo er wohnte und sein Werk verfasste. Jaroslav Hašek liegt auf dem alten lipnicer Friedhof begraben. In den umliegenden Wäldern gibt es geflutete Steinbrüche mit großen Felsenreliefs des Bildhauers R. Dvořák – Bretschneiders Ohr, Mund der Wahrheit und Goldene Augen.
Was Sie sehen müssen…
Telč – das Telčer Schloss stellt einen der am besten erhaltenen Komplexe der Renaissancearchitektur in der Tschechischen Republik mit wertvollen erhaltenen Einrichtungen und Ziergarten dar. Im Teil eines Flügels sind die Expositionen des Museums der Vysočina untergebracht mit einer beweglichen Krippe. Außer dem Schloss sind im Denkmalschutzkomplex der UNESCO auch der Marktplatz mit einer Reihe von Bürgerhäusern mit Renaissancegiebeln und Arkadengängen, Brunnen, Barockskulpturen und weiteren Details enthalten.
Třebíč – zu den UNESCO Denkmälern gehört hier das jüdische Viertel mit zwei Synagogen und jüdischem Friedhof. Im Interieur der Hinteren Synagoge befindet sich eine Exposition über die Geschichte des Gettos, interessantestes Exponat ist ein Modell der Judenstadt. Unweit befindet sich der jüdische Friedhof mit mehr als 3 000 Grabsteinen und Aussegnungshalle.
Wallfahrtskirche des Hl. Johann Nepomuk auf dem Grünen Berg bei Žďár nad Sázavou – ein Spitzenbeispiel der barocken Gotik, errichtet nach einem Projekt des Architekten J. B. Santini. Die Legende erzählt, dass über dem Leichnam des ertrunkenen Johannes fünf Sterne erschienen und deshalb hat der Bau die Form eines fünfzackigen Sterns, fünf Ausgänge, auf dem Hauptaltar befinden sich fünf Sterne und fünf Engel. Die Kirche inmitten des von Arkaden gesäumten Friedhofs ist im Verzeichnis des Weltkulturerbes der UNESCO erfasst.
Westernstädtchen Šiklův mlýn – originelles Vergnügungsareal mit Saloons, Konditoreien, Spielhallen, Hotels und Restaurants, wo Sie das Leben der Indianer, Cowboys und Goldgräber kennenlernen. Außer einer großen Westernshow mit Vorführungen des Könnens von Cowboys und Pferdedressuren können Sie eine Rodeo-Arena, einen Minizoo oder ein Indianerdorf besichtigen.
Spukschloss Draxmoor in Dolní Rožínec – in dem dreigeschossigen alten Speicher befinden sich mehr als zwanzig bewegliche, akustische Modelle von Hexen, Zauberinnen, Drachen und anderen Gespenstern; Sie finden hier auch einen Kinderspielplatz, einen Laden mit Spukgegenständen und Imbisse.
Wissen Sie, dass…
der geheimnisvolle leuchtende Stollen unter Jihlava ein Geheimnis birgt
Unter dem historischen Stadtkern von Jihlava erstrecken sich in bis zu drei Etagen übereinander alte Gänge, die ein perfektes Labyrinth bilden. Seine Gesamtfläche beträgt 50 000 Quadratmeter, die Länge der Gänge erreicht ungefähr 25 km und sie stellen somit das zweitumfangreichste Labyrinth von unterirdischen Gängen in der Tschechischen Republik dar.
Die Gänge der Jihlaver Unterwelt sind an einigen Stellen nur 80 cm breit, sie entstanden durch das Verbinden mittelalterlicher Keller untereinander. Sie verlaufen vom Keller jedes Hauses aus unter dem Marktplatz und den Straßen und verzweigen sich zu einem komplizierten Stollensystem, über das man sich unbeobachtet von einem Teil der Stadt in den anderen begeben konnte. Elf Meter unter der Erde befindet sich etwas Einzigartiges auf der Welt – ein phosphoreszierender Stollen. Den Ursprung des geheimnisvollen Leuchtens hat bislang niemand zufriedenstellend erklären können. Ist Ursache Phosphor, der aus den Knochen der über dem Gang beigesetzten Mönche freigesetzt wird? Handelt es sich um einen unbekannten organischen Stoff oder sind die als Anstrich für die Wände verwendeten lumineszierenden Stoffe aus dem Mörtelgemisch schuld?
