Prag, im Dezember 2009 Orte, die in einem Zusammenhang mit den Luxemburgern stehen, sind über die ganze Tschechische Republik verstreut. Besichtigen Sie diese im Jahr 2010, denn dann sind es genau 700 Jahre seit der Besteigung des böhmischen Throns durch diese Dynastie.
Bei unseren Ausflügen in die Vergangenheit haben wir unser Hauptaugenmerk auf den ersten Luxemburger auf dem böhmischen Thron gelegt - Jan von Luxemburg - und seinen Sohn und Nachfolger Karl IV., deutscher und böhmischer König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, der als bedeutendster europäischer Herrscher im Spätmittelalter gilt.
Ab in die Stadt - zu Sehenswürdigkeiten und Festen
Prag
Den Luxemburgern ist es zu verdanken, dass heute in der tschechischen Hauptstadt ein schöneres Bauwerk als das andere steht.
Den Veitsdom, die größte und bedeutendste Kirche Prags, gründete Karl IV. gemeinsam mit seinem VaterJan von Luxemburg.
Letzterer willigte in die Selbstverwaltung der Prager Altstadt ein und ließ den Bau des Altstädter Rathaus einleiten.
Unter Karl IV. entstand so manches bedeutende Bauwerk in Prag: Man errichtete die Karlsbrücke, erbaute die Stadtbefestigung, gründete mit der Karlsuniversität eine der ältesten Universitäten der Welt.... Darüber hinaus stammen mehrere Sakralbauten wie etwa das Emmauskloster aus dieser Zeit.
Unser Tipp:
Mehr über die Geschichte der Karlsbrücke erfahren Sie im Karlsbrückenmuseum, das an die Brücke angrenzt. Wen mysteriöse Dinge interessieren, empfehlen wir einen Besuch des Altstädter Brückenturms, in dem ein Kurzfilm über die astronomischen und astrologischen Zusammenhänge der Entstehung der Brücke gezeigt wird.
Karlsbad
An jener Stelle, wo heute der bekannte Kurort liegt, entdeckten Karl IV. und sein Gefolge einst durch Zufall eine Thermalquelle. Der Legende nach überzeugte sich der Kaiser, der seinerzeit an einem wehen Fuß litt, von ihrer Heilkraft und ließ rund herum eine Stadt errichten, die sich dank ihrer Quellen bald weltweit einen Namen machte.
Unser Tipp:
Besuchen Sie in Karlsbad die Marktkolonnade (Tržní kolonáda) und ihre nach Karl IV. benannte Quelle mit einer Temperatur von 64,5°. In einer alten Sage heißt es, dass der Herrscher gerade an dieser Quelle seine kranken Glieder behandelte. Zur Erinnerung trägt die Quelle das Relief „Die Entdeckung Karlbads".
Znojmo
In den Geschichtsbüchern ist zu lesen, dass der kühne böhmische Herrscher Jan von Luxemburg 1327 nach Znojmo (Znaim) reiste, um dort die von Erfolg gekrönten Staatsgeschäfte in Breslau zu begießen. Und eben diese Episode steht im Mittelpunkt der Historischen Weinlese von Znojmo: Zwei Tage lang zieht die südmährische Stadt ihr Festtagsgewand an, um König Jan von Luxemburg willkommen zu heißen. Zu sehen gibt es einen großen historischen Umzug, der an die 500 kostümierte Teilnehmer zählt, Ritterturniere, echte Feldlager... Auf die Besucher warten ein reiches Kulturprogramm, eine Lasershow, kulinarische Spezialitäten und natürlich köstlicher Sturm und Wein. (10.-11.9. 2010).
Jemnice
An die Zeiten von Jan von Luxemburg erinnert auch das jährliche Volksfest „Barchan" in Jemnice. Der Legende nach zog der König 1312 gegen die Ungarn in den Kampf. Seine Gemahlin Elisabeth, die ein Kind erwartete, blieb in Jemnice zurück, wohin er ihr über Boten Nachrichten zukommen ließ. Im Mittelpunkt des Festes steht der Lauf der Boten, die der Königin Informationen vom Kampfgeschehen überbringen. Neben dieser historischen Szene darf man sich im malerischen Jelemnice auf einen Jahrmarkt, Kirmesattraktionen und ein reiches Kulturprogramm freuen. (18. bis 20. 6. 2010).
Unser Tipp:
Jemnice liegt nur 25 km von einer UNESCO-Stadt entfernt: dem historischen Telč. Ein Besuch des Festes lässt sich mit einer Besichtigung dieser bekannteren Stadt verbinden.
Hinauf zu Burgen - zu Geschichte und Romantik
Křivoklát
Křivoklát (Pürglitz) gehört zu den ältesten königlichen Burgen hierzulande. König Karl IV. verbrachte hier einen Teil seiner Kindheit und weilte hier mit seiner ersten EhefrauBlanca von Valois. Ebendort schenkte sie ihm ihr erstes Kind: Prinzessin Margarethe. Der Legende nach soll sie das Kind im kleinen Turm auf der Südseite zur Welt gebracht haben. Es heißt auch, dass Karl Nachtigallen in Käfige sperren ließ, die er, um Blanca aufzuheitern, unter ihrem Fenster freiließ.
Karlštejn
Karlštejn (Karlstein), eine der schönsten Burgen Tschechiens, ließ Karl IV. als Aufbewahrungsort für die Kronjuwelen errichten. Von großem Wert ist die Heiligkreuzkapelle auf Burg Karlštejn, in der die Besucher eine einmalige Sammlung von 129 Tafelbildern des Meisters Theodoricus sehen können: die größte Galerie mit Porträts böhmischer Herrscher in der Tschechischen Republik.
Zu den weiteren Burgen, die Karl IV. gründete, gehören Kašperk (Karlsberg) im Böhmerwald, Radyně (Karlskrone) bei Pilsen und Hrádek, deren romantische Ruine in der Nähe von Hluboká zu finden ist.
Střekov
Die Burg Střekov (Schreckenstein), die auf einem Felsen über der Elbe thront, zählt zu den romantischsten Burgen Tschechiens.
Die Geschichte der Burg beginnt 1319, als Jan von Luxemburg beschloss, über der Elbe eine Wachstation zu errichten, die für die Sicherheit der Elbschifffahrt sorgen sollte. Da es ihm aber an finanziellen Mitteln mangelte, gab er die Grundstücke und den Felsen dem Prager Bürger Pešek von Veitmil unter der Bedingung als Lehen, dass er auf eigene Kosten auf dem Felsen eine Burg errichten lässt, die ihm der König später samt Erbrecht schenkte.
Ab in die Natur - zum Wasser und auf Ausflüge
Der See Máchovo jezero
Der „Großen Teich" (heute „Máchovo jezero") ließ Karl IV. 1367 anlegen. Die Gegend rund um den See ist heute ein sehr beliebtes Erholungsgebiet. Ein bekanntes Zentrum ist Doksy. Zu den beliebten Ausflugszielen gehören beispielsweise die Burg Bezděz (Bösig), auf der Karl IV. zu weilen pflegte, sowie der Sandsteinfelsen „Králův stolec" (Königsstuhl), auf dem der Herrscher gerne saß und sein Wasserwerk betrachtete.
Wissenswertes:
Auf den Spuren des Bruders von Karl IV.
1349 vertraute Karl IV. Mähren seinem jüngeren Bruder, Jan Heinrich von Luxemburg, an. Besuchen Sie zumindest ein paar der Orte, die mit ihm in Verbindung gebracht werden.
Der mährische Markgraf Jan Heinrich weilte gerne auf Burg Špilberk (Spielberg), dem heutigen Sitz des Museums der Stadt Brünn. Später wurde die Burg im Stil des Barock umgebaut, sodass man nur vermuten kann, wie sie wohl zu Zeiten der Luxemburger ausgesehen hat. Von Burg Špilberk aus sind die Thomaskirche und das Augustinerkloster zu sehen, die Jan Heinrich gründete.
Noch eine weitere südmährische Burg ist mit seinem Namen verbunden: Burg Veveří (Eichhorn), die als Jagdsitz diente. Jan Heinrich nutzte den ruhigen Ort, um hier wichtige Verhandlungen zu führen. Unter ihm wurde die Burg deutlich ausgebaut (im Prinzip zu ihrer heutigen Größe).
Auch die malerische nordmährische Stadt Štramberk, die von Jan Heinrich gegründet wurde, ist gewiss einen Besuch wert. Štramberk ist bekannt für ein duftendes Zuckerwerk: die Lebkuchen „Štramberské uši" (Stramberger Ohren), die hier schon seit Jahrhunderten gebacken werden.
Eva Tajanovská
Tschechische Zentrale für Tourismus - CzechTourism
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